| Der
Karnische Höhenwegvon 1919 - 1945 Ein Weg mit Vergangenheit Ein Weg mit Zukunft Walter Schaumann |
| 1919 - 2002 | |||
| 1919 |
Helm-Haus AV-Sektion Sillian wurde gemäß des Vertrags von St. Germain italienisches Zollwachhaus Die Gailtalbahn nahm wieder den Verkehr auf, Kohlenmangel ermöglichte nur ein Zugpaar pro Tag Arnoldstein - Kötschach. Ein neuer Erwerbszweig wurde durch die Not dieser Jahre geboren, die Buntmetallsammler. Diese waren bis in die Hochregion unterwegs, um von der in Mengen herumliegenden Munition und Blindgängern die Messing- und Kupferteile für den Weiterverkauf zu gewinnen. Zahlreiche schwere und auch tödliche Unfälle waren dabei dies- und jenseits der Grenze zu beklagen. Der Krieg holte sich nun im jungen Frieden immer noch neue Opfer. Den Hirten, Jägern, Buntmetallsammlern und wenigen Bergsteigern dieser Zeit standen als Notquartiere nur allmählich verfallende Kriegsbaracken zur Verfügung. Trotz aller Probleme wurden schon wieder schwierige Touren und auch Erstbegehungen unternommen. |
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| 1921 |
Seekopf
NO-Grat, O. Sickenberg, W. Duffek; (4.9.) Die Schutzhütten, die einst den Touristen als Quartiere dienten, lagen nun in Trümmern, niedergebrannt, zerschossen. So war es nahe liegend daran zu denken, durch den Neubau alpiner Unterkünfte den Tourismus wieder in die Berge zurück zu holen. Dies wurde erst ab 1921 möglich, als sich die Nachkriegsverhältnisse einigermaßen normalisierten und mehr Bergsteiger wieder in ihre früheren Tourengebiete zurück kehrten. In den Karnischen Alpen - wie in vielen anderen Hochregionen - erwartete sie eine vom Krieg gezeichnete Landschaft mit Soldatenfriedhöfen in den Tälern und einsamen Gräbern in der Hochregion. Aus
Frontsteigen entstand ein Höhenweg, Beginn
Wiederaufbau der Wolayersee Hte. (Eduard Pichl Hte.) |
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| 1922 |
die Akademiker Hte. wurde mit altem Wellblech neu eingedeckt, ein Herd eingebaut und die Pritschen erneuert. Da noch sehr viel Bauholz und anderes Material aus den Kriegsjahren überall im Gelände herum lag, konnte dieses von der Landes-Kriegsmaterial-Bergestelle-Kärnten günstig erworben werden und der Neubau begann. Hohe Warte N-Wand Direkte, R. Damberger, R. Steiger; (16.6.) †berschreitung
ges. Gratverlauf Biegengebirge Seekopf - Canale - Chianalettagrat - Cima
di Sasso Nero - Wolayer Kopf - Biegenköpfe - Giramondo Pass, Tangelloch N-Anstieg, Pichl-Haberl-Nießner-Sikenberg |
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| 1923 |
Fertigstellung
und Einweihung der Eduard Pichl-Hütte Bei seinen vielen Bergtouren am Karnischen Hauptkamm stieß Ing. Eduard Pichl immer wieder auf noch recht gut erhaltene Kriegsbaracken, die durch alte Frontsteige untereinander verbunden waren. Bei einer dieser Touren wurde Pichl von einem Schlechtwettereinbruch überrascht, der ihn zwang in einer dieser Baracken Schutz zu suchen und zu übernachten. Unter dem Eindruck dieses Erlebnisses entstand bei ihm der Entschluss, die unnötig gewordene kriegerische Infrastruktur für touristische Zwecke dienstbar zu machen. Als Obmann der Wiener Alpenvereins-Sektion Austria konnte Eduard Pichl seinen Hauptausschuss von derBedeutung seiner Idee für den örtlichen und überregionalen Tourismus überzeugen. Mit der ihm eigenen Tatkraft und Zielstrebigkeit gelang es ihm, viele Angehörige seiner Jungmannschaft sowie einen kleinen Kreis begeisterter Bergsteiger als Freiwilllige für seinen Plan zu gewinnen. Aus alten Frontwegen entstand so ein zusammenhängender Höhenweg entlang des Karnischen Hauptkammes, ehemalige Kriegsbaracken wurden in Unterkünfte für Bergsteiger umfunktioniert: Raudenscharten-Hütte,
2298 m, eröffnet 16.8.1925 Da die direkt an der Staatsgrenze gelegenen einsamen Hütten wiederholt geplündert wurden, entschloss sich die Sektion ab 1931 nur mehr einfachste Einrichtungen in ihnen zu belassen. Immer mehr Touristen und Wanderer konnten nun wieder auf Bergfahrten gehen. Gründung der AV-Ortsgruppe Obergailtal der AV-Sektion Austria, am 2.9. Heeresbahn Hermagor - Kötschach, Bundesbahn übernahm die Betriebsführung |
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| 1924 | Chianalettagrat N-Wand, H. u. F. Slezak, S. Pollak; (24.8.) | ||
| 1925 |
Gamskofel S-Wand, H. Kaser, K. Grün; (2.6.) Aufsichtsbehörde erteilte Genehmigungen für Kraftwagen-Verkehr von Kötschach bis nach Birnbaum; bisher war das Lesachtal nur in langen Fußmärschen erreichbar |
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| 1926 |
Cima della Miniera, G. Pittoni, G. Oberthaler; (11.9.) Es verkehrten bereits zwei Züge täglich auf der Gailtalbahn und ein Postkraftwagen fuhr einmal täglich auf den Plöcken-Pass |
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| 1927 |
Trogkofel
neue Führe durch die O-Wand, M. Benedikt, Uiberlacher Hochweißsteinhaus, 1868 m, AV-Sektion Austria, |
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| 1929 |
Wolayersee Hütte durch Umbau verdoppelt Ing. E. Pichl war lange Zeit schon bemüht Gastwirte zu Vertragsabschlüssen zu bewegen, dass deren Betriebe als AV-Heime Bergsteigern günstiges Quartier anbieten sollten. Der Erfolg blieb nicht aus. Ab diesem Jahr bestanden 15 AV-Heime zwischen Sillian, Kötschach, Mauthen, dem Plöckenhaus und der Bischofsalm; †bernachtung für Mitglieder 1 Schilling (!). |
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| 1930 |
Torrini Berti, Dr. Rudofsky, H. Püchler, K. Jirout; (8.7.) Obstansersee Hütte, 2300 m, AV-Sektion Austria, Eröffnung |
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| 1936 | Viktor Hinterberger Hütte, 2418 m, AV-Sektion Austria am 16.8. Eröffnung | ||
| 1937 |
Die von Deutschland gegen …sterreich verhängte 1000-Mark-Sperre und schwere wirtschaftliche Rezessionen verbunden mit Massenarbeitslosigkeit führten zum drastischen Rückgang des Tourismus. E.
Pichl berichtete: "Der Pächter der (Wolayersee-)Hütte wurde
nur selten |
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| 1938 - 1945 | der "Totale Krieg" | ||
| 1938 |
Mit dem Anschluss …sterreichs an Deutschland trat für einen kurzen Sommer ein starker Aufschwung des Tourismus vor allem durch Gäste aus dem Altreich ein, die nun wieder ohne Einschränkungen nach …sterreich, nun Ostmark genannt, reisen konnten. Doch dann brachte der Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939 wieder einmal das abrupte Ende aller Friedenshoffnungen. Immer weniger Bergsteiger konnten zu Bergtouren aufbrechen, fern der Heimat standen die meisten als Soldaten irgendwo an der Front; die Frauen in Rüstungsbetrieben oder als Rotkreuz-Schwestern in Lazaretten. Immer stiller wurde es dadurch auch auf den Schutzhütten, bis der "Totale Krieg" jegliche noch vorhandene Reste zivilen Lebens beendete. Verbunden mit steigender Partisanentätigkeit auch in diesem Grenzgebiet ab Anfang 1944, war aus einem Heimatgebiet allmählich eine zu meidende Zone geworden. Wenn es auch in den Karnischen Alpen zu keinen größeren Kampfhandlungen kam, so wurde doch vieles an Infrastruktur, die in Jahrzehnten mühsam geschaffen wurde, schwer beschädigt oder zerstört. |
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| 1945 |
II. Naßfeld Hütte abgebrannt Hochweißstein Haus zerstört Hausalm (privat), 1265 m, oberhalb Plöckenhaus abgebrannt Die aus Kriegsbaracken des Ersten Weltkrieges entstandenen einfachen AV-Hütten wurden während der Kriegsjahre und in den Nachkriegsmonaten durch Plünderungen und Brandstiftungen so beschädigt oder zerstört, dass ein Wiederaufbau nicht mehr in Frage kam: Raudenschartenhütte, Steinkarhütte, Reiterkarhütte, Torkarhütte und die Porzehütte. Die englische Besatzungsmacht beschränkte die Bewegungsfreiheit auf einen 10-Kilometer-Umkreis vom Wohnort und verhängt ein Ausgehverbot von 20 bis 05 Uhr. Alle Hoffnungen der Daheimgebliebenen und der ersten Heimkehrer, nach Kriegsende nun endlich wieder in die Berge zu können, blieb noch auf längere Zeit nur ein unerfüllbarer Wunschtraum. Erst nach Aufhebung der durch die Englische Besatzungsmacht verfügten Sperrzone im Gail- und Lesachtal, die Tourismus und Fremdenverkehr bisher unterband, begann zögernd eine Wiederbelebung auch des Bergsteigens. Da nun fast alle Stützpunkte für Touristen nach einer Tagesetappe im Bereich des Karnischen Kammes - insbesonders im Osttiroler Abschnitt - fehlten, vereinsamte und verfiel der Höhenweg immer mehr. Als erstes versuchte man mit den noch vorhandenen Hütten durch meist improvisierte Instandsetzungen einen primitiven Hüttenbetrieb aufzunehmen. Die englische Besatzungmacht spendete Suppenpulver, damit die Hüttenwirte in der Lage waren wenigstens in dieser Form ein "Bergsteigeressen" herzustellen. |
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| 1948 |
ÖAV-Sektion Hermagor gegründet |
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| 1950 |
Hochweißstein Haus nach Wiederaufbau eröffnet |
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| 1968 |
III.
Naßfeld Hütte, 1513 m, eröffnet, |
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| 1970 |
IV. Naßfeld Hütte, Neubau als Naßfeld-Haus eröffnet Oberst Prof. Walther Schaumann , Obmann der Dolomitenfreunde, der vom privaten Bergsteigen her, aber auch dienstlich als Soldat und Alpinreferent durch Jahrzehnte in den Karnischen Alpen unterwegs war, konnte nicht glauben, dass ein Weg, an dem die Landschaft und ihre Geschichte eine aussagestarke geschlossene Einheit bilden, für immer brach liegen bleiben sollte. Zunächst
schien es, dass kaum jemand an eine Wiederbelebung des Karnischen Höhenweges
glauben wollte, man sah nur in den Zentralalpen eine Zukunft für
alpine Vereine. Doch dann waren zwei Männer bereit sich Schaumann schlug nun vor, dass die Dolomitenfreunde ihr Know-how, ihre Maschinen sowie Geländefahrzeuge einbringen und mit ihren internationalen Freiwilligen den Hütten- und Wegebau durchführen könnten. Der …AV sollte die Kosten für das Baumaterial und die Verpflegung der Freiwilligen übernehmen. Auf dieser Basis konnte ein Arbeitsabkommen geschlossen und mit den Arbeiten begonnen werden. |
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| 1975 |
Biwak Mitterkar, 2000 m, Fertigstellung Bau Anschlussweg Sillian/Arnbach über Forcher Kaser bis Höhenweg |
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| 1976 |
Neue Porze Hütte, 1900 m, Eröffnung Weganlage
Mitterkar - Zererhöhe - Luggauerböden Gleichzeitig mit der feierlichen Eröffnung des Neuen Rathauses in Kötschach-Mauthen am 21.8.1976 übergaben die Dolomitenfreunde offiziell den Karnischen Höhenweg seiner endgültigen Bestimmung, als durchgehende Verbindung entlang des gesamten Hauptkammes von Sillian/Sexten bis Arnoldstein. Wie immer so auch hier übergaben die Dolomitenfreunde das von ihnen Fertiggestellte kostenlos den für die weitere Erhaltung zuständigen Institutionen. |
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| 1977 |
Standschützen Hütte auf Filmoor, 2350 m, mit wesentlicher Unterstüzung durch Freiwillige der Garnison Lienz (JgB 24), Eröffnung am 21.8. Bau
Umgehung Talschluss Obertilliacher Tal, |
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| 1986 | Sillianer
Hütte der gleichnamigen AV Sektion ersetzt die alte Hinterberger Hütte der Sektion Austria |
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| 1992 |
Eröffnung des durch die Dolomitenfreunde erbauten Museums 1915-1918 vom Ortler bis zur Adria im Rathaus von Kötschach-Mauthen |
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| 1998 |
Offizielle
Verlegung des Verlaufes des Karnischen Höhenweges zwischen Hochweißstein
Haus - Giramondo Pass (-Wolayersee Hütte), bisher auf österreichischer
Seite: Hochweißstein Haus - Schreibachhöhe - Obergailertal
- Niedergaileralpe - Kreuzleitenjoch - Giramondo Pass; neue Wegführung auf italienischer Seite mit wesentlich geringeren Höhenunterschieden: Hochweißstein Haus - Val Fleons di Sopra - Giramondo Pass |
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| 2000 | Hohe Warte, neuer Klettersteig "Weg der 26er", am 18.8. eröffnet, erbaut durch Alpinpersonal des Jägerbataillons 26, Spittal / Drau | ||
| 2002 |
Dolomitenfreunde begingen das 20-jährige Jubiläum des von ihnen erbauten Freilichtmuseums 1915/1918, Plöcken, mit 4 Sektoren, das weltweit größte Museum dieser Art, allein der Sektor Kl. Pal umfasst über 70 wieder begehbar gemachte historische Objekte; Eduard Pichl Hütte AV Sektion Austria, umbenannt in Wolayersee Hütte Die Traversata Carnica (TC) - die Schwester unseres Karnischen Höhenweges Das Cadore und Friaul besitzen mit ihrem Anteil an den Karnischen Alpen eine Bergwelt von großer Vielfalt und fast noch unberührter Schönheit. Eine sinnvolle Erschließung bietet eine große Auswahl an Möglichkeiten für jedes Können vom Bergwanderer bis zum Extremen im Fels. Besonders zu begrüßen ist auch die Initiative des Agrotourismus, durch den dem Verfall preisgegebene Almgebiete vom …dland wieder zu alpinen Kulturlandschaften rückgewandelt wurden. Unsere Nachbarn im Süden haben in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Alpenverein (CAI), dem Bergrettungsdienst (Soccorso Alpino) und beiden Regionen die Traversata Carnica von Innichen/Sexten nach Tarvis/Tarvisio geschaffen. Dieser Höhenweg führt über italienisches und dann wieder über österreichisches Gebiet gemeinsam mit dem Karnischen Höhenweg. Beide Wege sind nun gleichsam ein Symbol für die Geschichte der beiden Völker. Zeiten der Gemeinsamkeit wurden immer wieder durch Streit und Krieg unterbrochen: Jetzt führen beide Wege in eine gemeinsame Europäische Zukunft. |
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